Christoph Wüstenhagen & Daniel Hörner – 03.

Die Arbeiten von Christoph Wüstenhagen (*1979 in Staßfurt) und Daniel Hörner (*1978 in Stuttgart, leben und arbeiten in Hamburg) sind geprägt von einer fast zehnjährigen gemeinsamen Auseinandersetzung mit dem Thema der Malerei. Ein gemeinsames Atelier bildet die Grundlage für einen intensiven malerischen Diskurs. Dieser wird (momentan) vor allem bestimmt von der Frage, was ein schönes Bild braucht, ohne sentimental oder abgedroschen daher zu kommen. Schön meint in diesem Zusammenhang ein Ereignis, ein Erleben, welches komplexes Sehen, emotionales Erfahren und intellektuelle Reize vereint. Der Zwiespalt zwischen dekorativen Elementen und tieferen ästhetischen Erfahrungen ist ein interessanter Bereich, um malerische Manöver zu vollziehen. 

Hierzu haben beide Künstler ihre jeweiligen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten entwickelt, welche momentan jeweils fast ohne Pinsel auskommen und stark durch einen bestimmte Technik bestimmt wird. Daniel Hörner verarbeitet erhitzte Ölkreide, um diese pastos zu schlichten Arrangements auf die Leinwand zu bringen. Diese Arrengements sind zwar in ihrer Grundstrucktur eher einfach gehalten (Linien, Flächen), füheren aber durch ihre Behandlung und Verarbeitung ein starkes Eigenleben. Die Malerei wird so zu einem Material, welches reduziert auf einfache Kompositionen die Farbe an sich sprechen lässt. Farbe als Objekt, als pures Ereignis, obsessiv und losgelöst von Duktus und malerischer Geste, setzt sie sich als sinnliches Material über die Malerei hinweg und bietet sich dem Betrachter pur und schonungslos an. 

Christoph Wüstenhagen bezieht Manöver des Komponierens weiterhin mit ein, diese sind aber letztlich reduziert auf einfache geometrische Formen wie Kreise oder Streifen. Ein Farbsprühsystem ersetzt hier den Pinsel, welches mit Hilfe von Schablonen eine Ästhetik des Textildrucks generiert. Auch hier ist die Farbpalette sehr reduziert eingesetzt und beschäftigt sich Etappenweise mit der Kombination bestimmter Farben. Momentan spielt die Farbe Orange eine übergeordnete Rolle, manchmal verzückt mit Blau, welche Biografisch in die Kindheit des Künstlers hineinreicht. Orange ist die Farbe der Vorhänge und Wäschetruhen, welche bei unruhigen und erzwungenen Mittagschlafeinheiten genaustens betrachtet werden konnten. Dort konnte sich die Faszination dieser Farbe mit einer schonungslosen Melancholie mischen, welche die Potenz dieser noch verstärkte. 

Das Farbsprühsystem erzeugt einen Nebel aus Farbe, mit welchem der Versuch unternommen wird, die Stimmungen aus früherer Kindheit einzufangen, so wie den Staub, der sich geräuschlos auf diese setzte. 

Wir denken nun es kann spannend sein, beide Positionen mit ihrer jeweiligen Spezifik in einer Ausstellung zu vereinen, um die Aussagekräfte beider Positionen in der Kombination sprechen zu lassen.