Santiago Giralda I Alejandro Ramírez

OUTSIDER

Paintings, Installation and Video


Die aus Spanien stammenden Künstler Santiago Giralda (*1980) und Alejandro Ramírez (*1981) zeigen in der Galerie Oel-Früh unter dem Titel “Outsider” verschiedene Sprachen der Präsentation. Santiago Giraldas Ölgemälde, Zeichungen und digitale Fotografien stehen in unmittelbarem Dialog zu den Installations-, Monitor- und Projektionsarbeiten von Alejandro Ramírez. Dabei beschäftigt sie die Frage der Realitätswahrnehmung von Alltagssituationen und die verschiedenen Sichtweisen auf diese.

Das Konzept findet durch die vielseitigen Arbeitsmethoden ihre Umsetzung. Santiago Giralda zeigt, wie verschiedene Räume und Sprachen aus der eigenen Erfahrung interpretiert werden. Die ständige Entwicklung der Medien und Technik gibt Anlass, die neuen Formen der Veranschaulichung künstlerisch zu bearbeiten. Persönliche und soziale Auffassungen werden oftmals durch die Medien aufgedrängt und drängen sich zwischen die “Realität”. Als Folge treten Verwirrtheitszustände und emotionale Isolierung zu Tage, jedoch nur hinter dem Bildschirm und nicht an der Oberfläche. Der Künstler arbeitet mit gegenwärtigen Charakteren und Situationen und versucht eine metaphysische Ebene aufzubauen, um zum Nachdenken anzuregen.

Die Situationen sind auf ihren Höhepunkt zugespitzt und scheinen in diesem Moment wie eingefroren. Er imitiert häusliche Räume und Architektur, in denen Individuen entmaterialisiert sind und augenscheinlich hinter ihrer eigenen Existenz leben. Die poetische Beschreibung dieser Entwicklung definiert sich durch die Atmosphäre göttlicher Transzendenz. In diesem bildnerischen Prozess vermischt Santiago Giralda Motive aus Fotografien, Zeitungen, Zeitschriften und aus dem Internet und konfrontiert den Betrachter mit verschiedenen Bildsprachen der scheinbaren Gegenwart. Der Künstler sieht die Malerei als Mittel der Repräsentation, in der die “Realität” in Frage gestellt wird, als Verständnissuche ihrer selbst in Bezug zum Umfeld.

Alejandro Ramírez arbeitet meistens mit Videoinstallationen und Skulpturen. Manchmal kreuzen sich diese Arbeitsweisen und bringen die Formen in einen Hybrid der Installation. In seinen Videoarbeiten beschäftigt sich der Künstler mit Szenen einer fiktiven Landschaft, die sich in einem Prozess befinden und somit ständig die Wahrnehmung verändern. Er schafft so einen möglichen Raum für eine zusammenhängenden Welt. Die “Protagonisten” in den Gehäusen erscheinen als Objekte oder Metaphern, im Spannungsfeld der Wahrnehmung. Ramírez bezieht die Beobachtung eines Bildes mitein und verändert die Wahrnehmung und Auffassung eines Objekts oder einer Situation. Das Bild verharrt in einem Rahmen, doch lässt es keine Schlussfolgerung zu, die außerhalb des Rahmens stattfindet. Eine Aussage oder Revelanz, wie sie beispielsweise mi Kino erfahren wird findet nicht statt. Bei seinen Skulpturen versucht er, Objekte und Räume einem tiefen Verlangen zu fügen und sie zu etwas Anderem zu verwandeln, zu etwas Differentem, das zuvor nicht sichtbar war und erst nach ihrer gegenseitigen Konfrontation möglich scheint.



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Santiago Giralda I Alejandro Ramírez – OUTSIDER

Ausstellung: Do. 8. März - Di. 27. März 2007